Der kleine Unterschied
Prinzipiell ist alles richtig, was das Pferd langfristig locker und besser kontrollierbar macht, sowie eine Minimierung der Hilfen ermöglicht. Die Forderung des Reiters aber ist immer verbindlich für das Pferd. So spielt die Reitweise oder der Reitstil keine Rolle.
Egal welche Reitweise oder Reitstil praktiziert wird:
Wo Pferde mit grober Methode gearbeitet und geritten werden, sollte man sich hüten von Ausbildung zu sprechen.
Die verschiedenen Reitweisen und Reitstile entwickelten sich Rassespezifisch oder der Nutzung entsprechend wie zum Beispiel:
Die western - Reitweise in ihrer ursprünglichen Form diente sie in den großen Weiten der USA Rinder von A nach B zu treiben, Tiere zu selektieren, die krank, verletzt oder gekennzeichnet werden sollten.
Die englische - Reitweise stammt aus der Jagd- und Kavalleriereiterei. Bei beiden Reitweisen geht es nicht um Ausbildung, sondern dient als Mittel zum Zweck. Es ging um das Überleben.
Barocke Reitkunst entwickelte sich an den Höfen des Adels, es ging nicht um Kampfreiterei, sondern sich in Schönheit und Anmut zu präsentieren.
Allen Reitweisen aber sollte als Ausbildungsgrundlage "die klassische Reitlehre" zu Grunde liegen.
Sie ist keine Reitweise, sondern eine bis ins Detail durchdachte Gymnastizierung und Systematische Ausbildung des Reitpferdes egal welche Rasse oder Zweckverwendung für das Pferd vorgesehen ist.
Reitkunst
Kunst ist jedes zur Meisterschaft entwickeltes Können, das aus Fähigkeiten eine Fertigkeit macht. Die Kunstfertigkeit gipfelt das Kunststück, die Kunst aber schafft das Kunstwerk.
Der Schöpferische in den Bildenden Künsten verewigt sich in seinem Werke, das Kunstwerk des Reiters, das Pferd, es lebt, altert und stirbt.
Die ersten Gesetze der Reitkunst verlangen
- Erhalte die natürliche Bewegung
- Finde und fördere die Balance
- Entwickle und festige den Takt
-
Die reiterliche Haltung
Allem voran steht die Schulung des Verstandes. Das Pferd muss verstehen, was wir von ihm erwarten. Das Einfühlen in die natürliche Bewegung des Pferdes, der sogenannten Reitertakt, ist die Krone der geistigen Verbundenheit zwischen Reiter und Pferd und die daraus resultierende Harmonie zwischen Reiter und Pferd entwickelt sich zur "Reitkunst"
Reitsport
In unserer schnell lebigen, ziel- und erfolgsorientierten Zeit ist das Pferd mehr zum Sportgerät verkommen, als das man sich an guter systematischer und vor allem aber pferdegerechter Ausbildung orientiert. Das Pferd soll schnell viel und gute Leistung bringen, es soll um jeden Preis Schleifen und Medaillen gewinnen. So können wir im Sport gelegentlich große Leistungen sehen, welche aus Angst und Gewalt geboren sind. Die Zuschauer haben Recht, wenn sie begeistert ausrufen, es sei ein Kunststück, nur notdürftig angerittene Pferde über die Sprünge zu zwingen.
"Wohl ein Kunststück, aber nicht Kunst"
Die Kunst zeigt sich in vollkommener Harmonie zwischen Reiter und Pferd und bietet dem Zuschauer einen ästhetischen Genuss. Der Beifall der Zuschauer aber macht aus dem heutigen Spitzensport ein Gemisch von wahrer Kunst mit circensischer Kunst. So sieht man im Dressursport oft Pferde, die offensichtlich nicht gehen können, aber hohe Wertnoten erhalten gegen über Pferden die in den Grundlagen richtig sind , aber Fehler in den Aufgaben machen.
Da beugt sich der Künstler den Anforderungen der sportlichen Prüfung. Wenn sich der Sport von der Kunst auch zeitweise zu entfernen scheint, letzten Endes bleibt der Sport das Entfaltungsgebiet der Kunst. Was dem Genuss des Schönen in der Kunst, entspricht im Sport dem Stolz auf den Leistungserfolg.
Ohne den Sport aber würde die Kunst aus Mangel an Beteiligung sterben, nur deshalb, weil kaum Zuschauer die Gelegenheit hätten etwas über die Kunst in Erfahrung zu bringen.
In regelmäßigen Abständen finden in unserer Reitschule Lehrgänge und Seminare mit international bekannten Ausbildern und Trainern statt.

